Bezahlsysteme Händler
Das Internet wächst – und das bereits seit Jahren. Glaubt man aktuellen Studien, so wird sich dieser Trend auch in Zukunft ungebremst fortsetzen. Mittlerweile stammt mehr als die Hälfte des Umsatzes im Versandhandel aus dem Internet. Ein Motor der Entwicklung ist und bleibt der Fachversandhandel. Und regelmäßig entschließen sich Verbraucher, die Seiten zu wechseln. Statt nur online einzukaufen, werden sie zu Online-Händlern. Für den Einstieg ins E-Commerce mit einem erfolgreichen Versandhandel und Online-Shop braucht es aber mehr als nur eine innovative und zündende Geschäftsidee.
Vielmehr sind echte Allrounder gefragt, denen Marketing ebenso wenig fremd ist wie Buchhaltung und Warenwirtschaft. Ein wichtiger Punkt für alle Existenzgründer betrifft daher auch die Frage, welche Bezahlsysteme und Möglichkeiten im Versandhandel zum Einsatz kommen sollen. Aufgrund der Breite verschiedener Möglichkeiten verlieren Einsteiger schnell den Überblick. Daher hier ein Einblick in die Welt der Fachversand-Bezahlsysteme.
Vorkasse
Diese denkbar einfache Form der Zahlung erwartet den Versandkunden an fast jeder Ecke im Internet, so natürlich auch im Fachversandhandel. Kern dieser Variante ist die Tatsache, dass nicht der Händler durch das Versenden der bestellten Ware in Vorleistung gegenüber seinem Kunden tritt, sondern zuerst der Käufer per Banküberweisung den Rechnungsbetrag ausgleicht. Hat sich der Käufer im Verlauf der Bestellung für die Bezahlmöglichkeit Vorkasse entschieden, werden ihm beim Abschluss der Bestellung, spätestens aber mit der Bestellbestätigung und Vertragsschluss die Kontodaten des Versandhändlers mitgeteilt.
Anschließend muss der Käufer nur noch den Rechnungsbetrag auf Ihr Händlerkonto überweisen. Nach Eingang der fälligen Summe wird die bestellte Ware dem Zusteller zum Versand übergeben. Auf den ersten Blick wirkt die Vorkasse als Bezahlmöglichkeit denkbar einfach und unkompliziert. Zumal die Vorkasse für Händler einen unschätzbaren Vorteil mit sich bringt. Das Risiko von Zahlungsausfällen ist bei dieser Zahlungsvariante gleich Null. In der Praxis tauchen aber immer wieder Schwierigkeiten und Hürden auf – sowohl für Versandhändler wie auch Käufer.
Das sollten Sie als Händler zur Zahlung per Vorkasse wissen
Was sollten Sie als Existenzgründer über die Vorkasse wissen? Aufgrund diverser negativer Vorfälle in der Vergangenheit ist die Vorauszahlung seitens des Kunden kein unumstrittenes Thema. Erschwerend kommt hinzu, dass Käufer bei Vorkasse längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Beides wirkt immer wieder abschreckend.
Damit Online-Shopper trotzdem per Vorkasse zahlen, ist es neben positiver PR – aufgebaut dank eines kompetenten Service und reibungsloser Bestellabwicklung – unter Umständen sinnvoll, eine zusätzliche Sicherheit anzubieten. Diverse Unternehmen zertifizieren nicht nur Online-Shops, sondern bieten auch den sogenannten Käuferschutz für mehr Sicherheit im gegenseitigen Miteinander an. Bekanntestes Beispiel ist sicher die Trusted Shops GmbH mit Sitz in Köln.
Um Schwierigkeiten mit Zahlungen per Vorkasse bereits im Vorfeld aus dem Weg zu räumen, ist es in jedem Fall sinnvoll, Kunden bereits im Shop bzw. während des Bestellvorgangs oder auf der Rechnung auf notwendige Angaben zur Überweisung hinzuweisen. Name und Rechnungsbetrag sind selten ausreichend. Optimal: Die Kombination aus Auftrags- und/oder Kundennummer für eine leichte Zuordnung der Überweisung. Ebenfalls vorprogrammiert sind Missverständnisse aufgrund langer Banklaufzeiten bei einer Zahlung per Vorkasse. Weisen Sie als Existenzgründer darauf hin. Im Allgemeinen nimmt eine Überweisung zwischen 2 – 4 Werktage in Anspruch.
PayPal
Was ist PayPal
Einfach, schnell und sicher zahlen – für jeden Ihrer Kunden zählen diese drei Argumente. Der Bezahlvorgang soll ohne viel Beiwerk auskommen, mit wenigen Klicks ausführbar sein und natürlich keine Gefahren für den Käufer bereithalten. All dies kann PayPal bieten. Wie funktioniert die Bezahlmöglichkeit PayPal? Im Grund tritt PayPal als Treuhänder zwischen Ihnen als Versandhändler und Käufern auf. Während des Bestellvorgangs entscheidet sich der Versandkunde für die Zahlung via PayPal, wird dazu auf eine Seite des Dienstleisters geleitet und muss nach der Eingabe seiner Zugangsdaten nur noch die Zahlung bestätigen.
Was Sie als Versandhändler sehen, ist innerhalb kurzer Zeit die Zahlung auf Ihrem PayPal-Konto. Fehlt also nur noch der Versand der bestellten Artikel. PayPal bietet nicht nur Ihren Kunden Vorteile. Aufgrund der schnellen Zahlungsabwicklung lohnt sich dessen Einsatz auch im Fachversandhandel, da die Risiken durch zahlungsunwillige Kunden, die auf Rechnung shoppen, niedrig sind. Zudem verkürzt PayPal die Lieferzeit und sorgt für zufriedene Käufer – zwei unschlagbare Vorteile.
Das müssen Sie als Händler über PayPal wissen
Für Privatkunden ist PayPal kostenlos. Und auch für Sie als Geschäftskunde kostet die Eröffnung des Kontos keinen Cent. Sobald allerdings Buchungen über PayPal abgewickelt werden, fallen Gebühren an. Deren Höhe orientiert sich in erster Linie am Monatsumsatz. Dabei gilt die Devise: Je mehr Transaktionen über PayPal laufen, umso niedriger fallen die Gebühren aus. Zwei einfache Beispiele verdeutlichen diesen Sachverhalt.
Ein Versandhändler generiert mit seinem Fachversandhandel 4.500 Euro Umsatz (100 Transaktionen, es fallen 1,9 % des Betrages als Gebühr an – zuzgl. 35 Cent pro Buchung). An PayPal-Gebühren fallen damit insgesamt 120,50 Euro (bei Umsätzen innerhalb der Euro-Zone) an. Setzt der Händler stattdessen aber 26.000 Euro mit 100 Transaktionen um, fallen die Gebühren mit 1,5 % deutlich niedriger aus. Zu jeder Buchung müssen auch hier wieder 35 Cent addiert werden. Unterm Strich fallen in Beispiel 2 „nur“ 425 Euro als Gebühr an.
Betreiben Fachversandhändler Shops über die Grenzen der Euro-Zone hinaus, erhöhen sich die Gebühren auf einen Höchstsatz von bis zu 3,9 % pro Transaktion (zuzgl. 35 Cent pro Buchung). Wer genau wissen will, wie hoch die Gebühren im Einzelfall ausfallen – auf den Seiten von PayPal finden Shop-Betreiber einen einfachen Gebührenrechner.
Wie profitieren Sie als Versandhändler von PayPal
PayPal bietet Ihnen als Händler mehrere Vorteile. Zuerst sei auf die Tatsache hingewiesen, dass sich PayPal um die Zahlungsabwicklung kümmert und auch den Rechnungsbetrag von Ihren Kunden einzieht. Damit entfallen nicht nur verwaltungstechnische Aufgaben wie ein kompliziertes Mahnwesen. Auch aus datenschutzrechtlichen Gründen ist PayPal ein Gewinn, da Sie als Händler nicht in den Besitz der Kontodaten ihrer Kunden gelangen. Wo wirkt sich PayPal noch positiv aus?
Immer wieder kommt es im Versandhandel vor, dass Banken – aus welchen Gründen auch immer – Lastschriften nicht einlösen oder die Zahlungen von der Kreditkarte zurückgebucht werden. In solchen Fällen steigt das Risiko finanzieller Verluste dramatisch. PayPal kann Händler zwar nicht 100%ig davor schützen. Aber mit dem Verkäuferschutz erhalten Sie wenigstens eine gewisse Sicherheit. Zwar bucht PayPal den Rechnungsbetrag von Ihrem Konto ebenfalls zurück. Nach Klärung des Sachverhalts wird Händlern die Summe aber wieder gutgeschrieben. PayPal bietet damit nicht nur Ihren Kunden Vorteile. Auch für Sie als Händler sprechen die Vorteile dieser Bezahlmöglichkeit. Und da sich die Erfordernisse des E-Commerce im Lauf der Geschäftstätigkeit dauernd ändern, bietet PayPal Geschäftskunden verschiedene maßgeschneiderte Lösungen an. Egal, ob Sie als Existenzgründer eine sichere Bezahlmöglichkeit schnell in ihren Fachversand integrieren wollen, oder ein ausgefeilteres Paket benötigen.





