Dank Internet und E-Commerce ist das Einkaufen von Zuhause heute für mehr als zwei Drittel der deutschen Haushalte kein Problem mehr. Leider gestaltet sich der Versandhandel über das Internet aber nicht immer so unproblematisch, wie wir es uns gern wünschen. Verbraucher stehen etwa vor der Frage, ob sie dem Shopbetreiber vertrauen können. Dies gilt nicht nur im Zusammenhang mit der schnellen und transparenten Abwicklung des Bestellvorgangs. Auch die Sicherheit der Kundendaten gewinnt im Zeitalter der globalen Vernetzung zunehmend an Bedeutung. >>> weiter Lesen

Bezahlmöglichkeiten im Versandhandel

Online-Shopping boomt. Schließlich winken hier nicht nur neueste Unterhaltungselektronik und trendige Mode in einer schier unerschöpflichen Auswahl. Auch der Sparfaktor in Form von Schnäppchenangeboten zieht Verbraucher in die virtuelle Shopping-Mall. Dass Einkaufen im Internet schon lange keine Randerscheinung mehr ist, belegen zudem aktuelle Zahlen des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. – kurz BITKOM. Demnach greifen bereits 42 Prozent der Nutzer ins virtuelle Ladenregal. Genauso einfach wie der Einkauf ist das Bezahlen – zumindest auf den ersten Blick. Neben den klassischen Bezahlmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren einige neue Bezahlmöglichkeiten entwickelt, die ihre Vorteile, aber auch einige Nachteile mitbringen. Hier sollen gängige Varianten kurz vorgestellt werden – auch unter dem Hinweis, auf was Sie als Kunde achten sollten.

Klassische Bezahlmöglichkeiten

Nachnahme: Diese Variante der Bezahlung taucht fast überall im Fachversandhandel auf und hat gegenüber der Vorauskasse oder dem Zahlen mit Kreditkarte einen entscheidenden Vorteil – der Empfänger, in unserem Fall der Käufer, muss die Ware erst beim Erhalt bezahlen. Der Absender teilt dem Paketdienst lediglich mit, welche Summe der Empfänger dem Zusteller aushändigen muss. Darin inbegriffen ist ein Übermittlungsentgelt, welches beim Paketdienst verbleibt. Einziger Nachteil: Aufgrund der Nachnahmegebühren verteuert sich der Einkauf im Schnitt um rund zehn Euro. Dafür müssen Sie als Käufer aber nicht in Vorleistung treten, was vielen Verbrauchern als unschätzbarer Vorteil erscheint. Gerade bei hochpreisigen Artikeln lohnt sich aber ein Blick in die Versandbedingungen. Für eine Zustellung via Nachnahme gelten unter Umständen Grenzen bezüglich des Warenwertes.

Vorauskasse: Eine Variante, die einigen Verbrauchern im Fachversandhandel Bauchschmerzen bereitet, ist die Zahlung per Vorauskasse. Wie der Begriff nahe legt, treten Sie als Kunde an dieser Stelle in Vorleistung und überweisen den Rechnungsbetrag, ohne eine Sicherheit in den Händen zu halten. Im Gegenzug sind die Versandkosten meist niedriger als bei einer Bestellung via Nachnahme. Erst nach dem Eingang der Rechnungssumme auf dem Konto des Online-Shops werden im Anschluss die bestellten Artikel dem Zusteller übergeben. Während Fachversandhändler die Bestellabwicklung ernst nehmen, nutzen dubiose Händler die Zahlung per Vorauskasse immer wieder in betrügerischer Absicht. Bevor die Überweisung an den Versandhändler ausgelöst wird, sollten Sie unbedingt auf die Bestätigung der Bestellannahme und den Vertragsschluss warten.

Tipp: Um im Ernstfall Ansprüche gegen säumige Versandhändler durchsetzen zu können, ist es sinnvoll, sämtlichen Schriftverkehr zu archivieren.

Lastschriftverfahren: Eine weitere Zahlungsmöglichkeit im Fachversandhandel ist das Lastschriftverfahren. Hier wird die Überweisung der Rechnungssumme nicht durch den Zahlungspflichtigen – in unserem Fall den Käufer – ausgelöst, sondern seitens des Versandhändlers. Dazu erteilt dieser seinem Kreditinstitut den Auftrag, den Rechnungsbetrag vom Konto des Kunden einzuziehen. Grundsätzlich wären in diesem Zusammenhang zwei Varianten denkbar. Zum einen das Lastschriftverfahren über einen bestehenden Abbuchungsauftrag (der Zahlungspflichtige weist seine Bank an, die Lastschrift des Versandhändlers einzulösen). Auf der anderen Seite das Lastschriftverfahren über eine Einzugsermächtigung (der Versandhändler löst die Überweisung auf sein Konto ohne Zutun des Kunden aus). Im Fachversandhandel kommt in der Regel die Einzugsermächtigung zum Einsatz. Vorteil: Als Kunde müssen Sie sich nicht weiter um die Zahlung kümmern. Ein großer Nachteil ist die Tatsache, dass Kontodaten gegenüber dem Versandhändler offen gelegt werden.

Tipp: Tauchen unberechtigte Lastschriften auf dem eigenen Konto auf, kann diesen widersprochen werden. Dies ist auch Tage bzw. nach der erfolgten Buchung möglich.

Kreditkarte: Lange war die Kreditkarte ein in Deutschland eher unübliches Zahlungsmittel. Dies lag unter anderem an einer unzureichenden Verbreitung. Inzwischen hat sich die Situation aber grundlegend geändert, da breite Schichten über das sogenannte „Plastikgeld“ verfügen. Die Abwicklung einer Bestellung über die Kreditkarte ist denkbar einfach. Der Kunde muss lediglich den Warenkorb mit allen gewünschten Artikeln füllen, gibt die benötigten Rechnungsdaten ein und schließt die Bestellung ab. Zu guter Letzt sind nur noch die Daten der Kreditkarte einzugeben. Die Zahlstelle des Versandhändlers belastet im Anschluss das Kreditkartenkonto des Zahlungspflichtigen – fertig. Unkomplizierter und einfacher kann Online-Shopping nicht sein.

Leider werden auch hier wieder sensible Daten offengelegt, was zu Missbrauch führen kann. Gerade, wenn vereinzelt Online-Shops sensible Bereiche nicht ausreichend gegen Zugriffe von außen schützen, kann es zu Problemen kommen. Als Käufer mit Kreditkarte ist es daher sinnvoll, im Fachversandhandel auf hohe Sicherheitsstandards zu achten. Viele Versandhändler haben nicht nur die Vorteile der Zahlung per Kreditkarte erkannt, sondern nehmen auch die Bedenken ihrer Kunden ernst, weshalb die Sicherheit in diesem Zusammenhang für viele Händler eine große Bedeutung genießt. Bezüglich des Missbrauchs von Kreditkarten darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Umgang mit PIN´s und Passwörtern seitens der Karteninhaber ähnlichen hohen Ansprüchen genügen muss.